lebensWelt: Schluss mit sexy-blöder Werbung

Der Startzeitpunkt für diese Petition könnte nicht besser gewählt sein. Denn die aktuelle Sexismus-Debatte muss auch im Zusammenhang mit der Darstellung von Frauen in der Werbung gesehen werden. Es geht um Plakate wie das oben, mit Motiven, die vom Deutschen Werberat als “ironisch und lustig” eingeordnet und somit nicht beanstandet wurden. Die Begründung: ”Verständige Durchschnittsverbraucher” würden diese Werbung mit “Augenzwinkern” verstehen. Doch dagegen wehrt sich Pinkstinks, ein ziemlich junger, aber auch sehr aktiver Verein, der sich gegen Produkte, Werbeinhalte und Marketingstrategien wehrt, die Mädchen und Frauen diese ewig limitierende Geschlechterrolle zuweisen. „Kindern muss gezeigt werden, dass Frauen mehr sind als hübsche Accessoires. 2006 fühlten sich noch 70 Prozent der Mädchen in Deutschland wohl in ihrer Haut – 2012 waren es nur noch 47 Prozent (WHO). Diese Zahlen erklären sich durch einen starken Anstieg an Außenwerbung,” begründet Pinkstinks sein Anliegen.

Sex sells! Doch Außenwerbung trifft Kinder direkt und unmittelbar

Die Wirkung solcher Werbung auf junge Menschen ist fatal: Kinder verstehen Ironie frühestens mit dem Schulalter, somit trifft sie die Darstellung überzogener Geschlechterrollen unvermittelt und direkt. Damit werden Klischees bekräftigt, die auch in der Werbung von Zeitschriften, in Musikvideos und Castingshows transportiert werden, vor denen Eltern ihre Kinder jedoch länger schützen können. “Bilder sind mächtig, und die Außenwerbung in den Großstädten hat in den letzten Jahren bedeutend zugenommen. Gerade auf den Leuchtlitfaßsäulen und Leuchttableaus, auf dem Weg zur Kita und Schule, sollten Kinder vor einer „Reduzierung von Frauen auf eine ständige sexuelle Verfügbarkeit“ geschützt werden”, so steht es in der Petition an den Werberat, die mit getragen wird von Organisationen wie Terre des Femmes, dem Bundesverband gegen Gewalt an Frauen, dem Deutschen Frauenrat und vielen deutschen Mädchensozialarbeitsorganisationen.

Kinder sind keine verständigen Durchschnittsverbraucher

Ziel der Petition ist, dass der Werberat seine Kontrollfunktion besser ausfüllt, indem er seine Statuten ändert. Nicht mehr die Wirkung auf den “verständigen Durchschnittsverbraucher” sondern auf Kinder sollte entscheidend dafür sein, wie Werbung gestaltet werden darf. Jede sexistische Darstellung wird damit zum NoGo! Auf der Internetpräsenz www.petition-werberat.de steht der Brief an den Werberat im Wortlaut und kann dort virtuell unterschrieben werden, außerdem gibt es auch Flyer zur Petition. Um die Petition zu bewerben und gleichzeitig gegen die Außenwerbung von Germanys Next Topmodel zu protestieren, geht Pinkstinks vom 15.-23. Februar 2013 mit einem Straßentheater auf Tour. In Bremen wird das Stück vor dem Hauptbahnhof gezeigt, und zwar am 21. Februar 2013 von 17.20 bis 18.00 Uhr.

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